Warum gibt es überhaupt Uhrenbeweger, also mechanische Einrichtungen, die Armbanduhren durch ständige Rotation in Bewegung halten? Der Grund lag im Aufkommen der Automatikuhren, deren Werk durch die ständigen Armbewegungen am Laufen gehalten wird. Hat man nun mehr als eine solche Uhr, dann benötigt man einen künstlichen Arm, der diese Bewegung mechanisch imitiert, um das “Einrosten” der empfindlichen und hochkomplexen Mechanik zu vermeiden.
Wenn man schon auf ein solches Hilfsinstrument zurückgreift, dann sollte es tatsächlich eine perfekte Lösung darstellen. Dazu gehört zum Beispiel, dass das Uhrwerk so sanft bewegt wird, dass es nicht im Übermaß aufgezogen wird. Zwar tritt dies in der täglichen Nutzung andauernd auf, aber eine Rutschkupplung verhindert dann eine Schädigung des Uhrwerks, da sie die überschüssige Energie ableitet. Da ein Automatikwerk stehen bleibt, wenn man es nicht kontinuierlich bewegt, hätte dies einen Stillstand der Zeitangabe zur Folge, sodass man bei jedem Neuanlegen der Armbanduhr die Zeit, im Falle weiterer Angaben wie der Mondphase oder des Datums, diese allesamt neu einstellen müsste. Ein weiterer Nutzen von Uhrenbewegern, speziell denjenigen, die mehrere Uhren beherbergen, ist deren Funktion als Präsentationsmedium. Viele Liebhaber sind stolz auf ihre wertvollen Uhrensammlungen und wollen diese nicht in abgeschlossenen Kästen, sondern möglichst sichtbar an hervorgehobener Stelle unter Glas präsentieren. Die Schatullen selbst sind mit einer attraktiven Lackschicht versehen, auch wenn sie aus Holzfasern hergestellt sind.
Batteriebetrieb ist für den Einsatz der Uhrenbeweger fast unerlässlich, da eine Stromkabel zur Versorgung des Rotationsmotors recht unästhetisch wirken würde. Um einen möglichst langen Zeitraum für deren Einsatz zu gewährleisten, in der Regel ein Jahr, sind aufwendige Konstruktionen notwendig, die einen Batteriesatz pro Motor vorsehen, sogenannte modulare Uhrenbeweger. Außerdem sollten kugelgelagerte Getriebemotoren eingesetzt werden, um Langlebigkeit und lautlosen Gang zu gewährleisten. Einige sekundäre Eigenschaften von Uhrenbewegern für einen größtmöglichen Komfort sind unverzichtbar, wenn es um wirklich wertvolle Uhren geht. Dazu gehört die Möglichkeit, beide Rotationsrichtungen einstellen zu können, da Automatikuhren manchmal nur in einer bestimmten Rotationsrichtung aufgezogen werden. Auch die Umdrehungszahl sollte einstellbar sein, da dann eine speziell auf die jeweilige Uhr optimal abgestimmte Rotationsfrequenz möglich ist. Rotationsfrequenzen zwischen 600 und 1000 Umdrehungen pro Tag haben sich als Standard herauskristallisiert. Weitere Produkteigenschaften wie eine programmierbare Ruhephase, einen Schnellaufzug oder eine Auto-Stopp-Funktion lassen die Preise für Uhrenbeweger zwischen 100 und 1000 Euro schwanken.